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Bücher 2019 – seitenweise Brainfood

18 Bücher in 12 Monaten – eine ganz ordentliche Bilanz für jemanden, der fast nur noch an Bildschirmen und Displays liest. Halt, stopp, es waren sogar 20. Zwei sind nicht auf dem Foto, weil ich sie verliehen habe.

Ich nehme mir Jahr für Jahr vor, meine Nase mehr in gedruckte Seiten zu stecken, anstatt sie von einem Handydisplay beleuchten zu lassen. Ein Trend der Entschleunigungs-Strömung, dem viele Digital Natives seit ein paar Jahren folgen. Schon skurril, dass Lesen wieder „Trend“ ist.

Wollen wir mal sehen, welche Schinken mir in 2019 besonders geschmeckt, und welche sich eher als zähe Schuhsohlen entpuppt haben. (Manche habe ich in 2019 angefangen und im Januar 2020 noch schnell fertig gelesen.)

Ein wohliges Gefühl im Bauch

Los geht’s mit den vier Büchern, die mir richtig gut getan haben. Wie eine ordentliche Ramen-Suppe. Sie sind alle keine Romane, sondern eher persönliche Sachbücher, wenn man sie irgendwie kategorisieren müsste.

„It’s All Good“ von Lars Amend hat mir am besten gefallen. Ich stehe ein bisschen auf Lebensratgeber, die zu großen Teilen aus aneinandergereihten Kalendersprüchen bestehen, aber zwischendrin doch immer wieder ein paar unbekannte Phrasen enthalten, die mitten ins Herz treffen.

Dieses Buch hat mir in der Zeit des Umbruchs oft zur Seite gestanden und mich konsequent dazu gezwungen, nicht zu viel zu zweifeln, sondern darauf zu vertrauen, dass ich „ja nicht auf der Brennsubbm dahergeschwommen“ bin, wie der Bayer so malerisch sagt.
Hier ein paar Zitate daraus:

„Es ist wahrscheinlicher, dass du zwanzigmal nacheinander sechs Richtige im Lotto tippst, als das Licht der Welt zu erblicken.“

Lars Amend

„Konzentriere dich auf das, was wahr, gut und nützlich für dich ist. Es ist an der Zeit, den Ablenkungen auszuweichen und dein Bewusstsein dafür zu schärfen, was dir wirklich am Herzen liegt.“

(Der „Filter von Sokrates“ rät, drei Fragen zu stellen, bevor man etwas sagt: Ist es wahr? Ist es gut, hoffnungsvoll? Ist es Hilfreich, notwendig? Nur wenn alle drei mit „ja“ beantwortet werden können, sollte man es aussprechen.)

Lars Amend

„Innerer Frieden ist der wahre Erfolg.“

Voltaire

Dann hätten wir da „Starkes weiches Herz: Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können“ von der Bloggerin dariadaria alias Madeleine Aziladeh. Ich verfolge diese junge Dame schon seit vielen Jahren und finde ihren stringenten Weg bewundernswert. Sie schreibt authentisch, unverkrampft und hilfreich über ihren Wandel, der uns alle anstecken sollte.

Ein bisschen wilder geht es bei Gesa Neitzel in „Frühstück mit Elefanten: Als Rangerin in Afrika“ zu. Die Kollegin erzählt von ihrer Ausbildung zur Rangerin in Afrika. Ich musste natürlich zuschlagen, bin ja durch „Die weiße Massai“ etwas Afrika-besessen. Ein spannendes Buch über Mut und die Formel, mit der man aus Selbstzweifel Selbstvertrauen baut.

Ganz rechts liegt Katrin Bauerfeinds drittes Buch „Alles kann, Liebe muss: Geschichten aus der Herzregion“. Ihr erstes habe ich geliebt, weil es wirklich lustig ist. Das zweite fand ich schwach, das dritte hier ist rührend. Gerade das Kapitel über ihren Papa ging mir sehr ans Herz.

Page Turner!

Drei Bücher konnte ich kaum aus der Hand legen, obwohl nur eines davon ein echter Thriller ist.

Starten wir links mit „Die Geschichte der Bienen“, einem Bestseller von Maja Lunde. Ein sehr düsteres Werk, eine Dystopie. Eigentlich total deprimierend, alles andere als hoffnungsvoll, aber trotzdem so spannend, dass man nicht aufhören kann. Ich bin gespannt auf „Die Geschichte des Wassers“, sie steht schon bereit.

In der Mitte seht ihr was Autobiografisches von Mara Wilson: „Where Am I Now?: True Stories of Girlhood and Accidental Fame?“. Einer meiner Lieblingsfilme ist „Mrs. Doubtfire“. Mara Wilson spielt darin herzallerliebst eine ihrer zahlreichen Kinderrollen, mit denen sie berühmt wurde. In ihrem Buch beschreibt sie ihre Kindheit, die Schwierigkeiten, die das Erwachsenwerden als Kinderstar mit sich bringt und positioniert sich nach einer Art Selbstfindung angenehm feministisch.

Ganz rechts liegt der Thriller, auf den ich lange hingefiebert habe: „Die ewigen Toten“ von Simon Beckett. Der sechste Teil aus der Hunter-Reihe fesselte mich auf Rhodos an die Sonnenliege und nachts wach ins Hotelbett – immer mit Augen, die vor Spannung gar nicht blinzeln wollten. Beckett macht für mich die besten Thriller. Hunter ist ein Held. Amen.

Zähe Schuhsohlen

Enttäuscht war ich leider von diesen beiden Hoffnungsträgern.

Gibt es jemanden, der „Das Café am Rande der Welt“ nicht verschlungen hat? Ich kenne niemanden, ich gehöre zu dieser Masse. Deshalb habe ich mich seeehr auf den nächsten Band von John Strelecky gefreut, den ich zum Release sogar persönlich kennenlernen durfte (Fotobeweis).
Leider zog sich „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ ziemlich in die Länge und entwickelte auch an keiner Stelle die Intensität der Vorgänger. Schade Marmelade.

Ähnlich zäh gestaltete sich der „Genuss“ von „Die Ballade von Max und Amelie“ von David Safier. Es tut mir so leid, das zu schreiben, weil Safier einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist und ich alle seine Bücher besitze und mit großer Freude gelesen habe. Dieses hier nicht. Ich hab’s nicht mal zum Ende geschafft. Schnief. Es kam mir einfach so zusammengesponnen vor, dass ich nie wirklich bei der Hundestory anbeißen konnte. Zum Glück steht der nächste Safier namens „Aufgetaut“ schon in den Startlöchern und ich wette, er wird wieder besser.

Lesestoff für 2020

Auch für 2020 habe ich mich schon mit ein paar Büchern eingedeckt. Das (ach Glatti, bitte schreib mal wieder einen Roman!), das (ich werde nie aufhören, sie zu lieben) und das (ganz anders als das erste, aber auch sehr lesenswert) habe ich schon in Sri Lanka gelesen.
Diese hier werden folgen:

Hat sich schon wer was davon einverleibt? Wie ist es? Habt ihr Lese-Empfehlungen für mich? Her damit!

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